Das Post-Abortion-SyndromDie Wissenschaft bezeichnet das Post-Abortion-Syndrom (PAS = Krankheitsbild nach Abtreibung) als einen Komplex psychischer Symptome. Sie können als Folge von Abtreibungserlebnissen auftreten. Betroffen sind:
Das Post-Abortion-Syndrom (Trauma nach Abtreibung) ist weltweit wissenschaftlich
untersucht und auch der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Die dabei ausgelösten Abwehrreaktionen können zu auffälligen
Verhaltensweisen und ausgeprägten Veränderungen der
Persönlichkeit führen. Der Grund dieses Krankheitsbildes ist die
Verdrängung des Erlebten. Die Symptome werden manchmal lange nicht als
Folge der Abtreibung erkannt. 1. Symptomea) Erscheinungsformen des PASDas PAS hat viele Gesichter, die sich vor allem in den seelischen und leibseelischen (psychosomatischen) Folgeerscheinungen ausdrücken. Meist handelt es sich um Funktionsstörungen. Die wichtigsten Erscheinungsbilder posttraumatischer Stress-Verarbeitungstörungen, wie sie beim PAS auftreten, sind:
Neben den Hauptsymptomen kann es zu einer Fülle von psychischen, psychosomatischen und rein körperlichen Folgeerscheinungen kommen (z.B. im Genitalbereich). b) Das Elliot Institut (in Springfield, USA)hat unter der Leitung von David C. Reardon 1994 eine Studie veröffentlicht, in der 260 Frauen im Alter von 15 bis 35 aus 35 Staaten Fragen zu ihrer persönlichen Lebenssituation, ihrem Gefühlszustand nach der Abtreibung, ihren Symptomen und Verhaltensänderungen nach der Abtreibung beantwortet haben.
Aussagen über den Gefühlszustand aller Frauen, die abgetrieben
haben:
Aussagen über die Symptome aller Frauen, die abgetrieben
haben:
Aussagen über Verhaltensänderungen aller Frauen, die
abgetrieben haben:
allgemeine Aussagen aller Frauen, die abgetrieben haben: c) Psychische SymptomeUngefähr 80% der Frauen berichten von der schweren psychischen Spätfolgen nach ihrer Abtreibung. Häufig werden dabei folgende Leiden festgestellt:
i) Gram und Schmerz Verlust muss immer betrauert werden, aber Schmerz ist harte Arbeit. Den Schmerz über den Verlust eines abgetriebenen Kindes durchzustehen, ist schwerer als der eines Schwangerschaftsverlustes, weil
Wenn Schuld nicht zugegeben wird, geht die Tendenz meist dahin, sich von dem inneren Aufruhr durch impulsives Kaufen, hektische Aktivität oder übermäßiges Greifen nach Alkohol und Drogen abzulenken. Wenn Schuld angenommen wird, hat dies depressive Wirkung in Form von Traurigkeit, Weinen, einer negativen Sichtweise und pessimistischen Gefühlen sich selbst gegenüber. Wenn der Schuld Wichtigkeit zugesprochen wird, kann es ein selbstzerstörerisches Verhalten zur Folge haben (z.B. das Aufritzen von Handgelenken). Wenn Schuld mit Zorn unterdrückt wird, muss sich die Patientin einen Sündenbock holen, d.h., sie wird die Schuld jemand anderem zuschieben. Oft sind es der Freund (Lebensgefährte) oder Männer im allgemeinen, die dann für Abtreibung und das Unglück von Frauen verantwortlich gemacht werden. Schuldgefühle kommen in sensiblen oder religiösen Menschen stärker vor, aber sind fast immer in irgendeiner Weise vorhanden. iii) AngstEin Teil des psychischen Konfliktes als Folge von Abtreibung besteht darin, seine eigene Aggressivität zu erkennen. Ein primitiver Todeswunsch hat sich in der Abtreibung ausgedrückt, und er könnte sich wieder melden. Die Angst davor kann so groß sein, dass man alle Formen der Selbstbehauptung unterdrückt. iv) Zorn und AggressionZorn ist die Folge eines Gefühls, um etwas gebracht worden zu sein:
Der Zorn richtet sich gegen sich selbst oder andere (Arzt, Mann, Angehörige, etc.). Ein solcher Zorn ist besonders intensiv in jungen Mädchen aus sozial unterprivilegiertem Milieu, die jemanden trafen, der ihr zu einer Abtreibung riet. Die Abtreibung hinterlässt in ihnen ein noch größeres Gefühl der Verlustes und verschärft in ihnen den Wunsch nach einem Baby. Aggressionen können gegen sich selbst, gegen den Vater oder gegen den Arzt gerichtet sein. v) Identitätskrise der FrauEine Frau, in deren biologischer Veranlagung es verankert ist, zu lieben, Leben hervorzubringen und es zu umhegen, hat nun Leben in sich zerstört. Oft kann sie nicht mehr daran glauben, dass sie eine liebende und fürsorgliche Frau ist. Da sie trotzdem noch versucht eine Frau zu sein, wird sie sich vielleicht als professionelle Fürsorgerin engagieren. Vielleicht sagt sie sich auch, dass sie nie wieder zärtlich und weiblich sein kann und wird dadurch hart, bitter und manchmal auch eine militante Feministin. vi) DepressionenFrauen, die nicht die Möglichkeit haben, genügend Trauerarbeit bei Schwangerschaftsverlusten zu leisten, können:
Depression lässt sich dahin definieren, dass ein Schmerz so umfassend ist, dass er die Psyche einer Person verändert. vii) Selbstmordgedanken
Wenn keine endgültige Befreiung aus diesen krankhaften Verhaltensweisen in
Sicht ist, kommen Frauen immer wieder auf suizide Gedanken und unternehmen
vielleicht sogar Selbstmordversuche. Versuche, sich das Leben zu nehmen, sind im
Grunde Hilfeschreie von verzweifelten Menschen, die keine anderen Ausweg mehr
sehen. d) Psychosomatische SymptomeDiese können im Genitalbereich auftreten, wobei die sogenannte Organsprache auf Auslöser im Zusammenhang mit Sexualität und Fortpflanzung hinweist. Dabei handelt es sich um
Insbesondere bei der Verdrängung kommt es zu einer Somatisierung und zur körperlichen Ausprägung zunächst vegetativer (funktioneller) Störungen. Die Krankheitssymptomatik kann als Strafe f¨r die Abtreibung empfunden werden. Psychosomatische Folgen können auch an anderen Organsystemen des Körpers auftreten:
Diese Erscheinungen machen es für den Arzt oft schwer, einen Zusammenhang mit der erlebten Abtreibung zu entdecken. Möglicher Grund für psychosomatische Störungen Im Menschen sind natürliche und sich wiederholende Rhythmen, die eine komplette Schwangerschaft mit einschließen. Wenn die Stillzeit des Babys zu Ende ist und die Hormone sich zurückentwickeln, löst sich auch allmählich das Gewebe auf. Wenn so ein hormoneller Ablauf plötzlich durch eine Abtreibung unterbrochen wird, gibt es Anzeichen dafür, dass man für Brustkrebs in zunehmenden Maße anfällig wird. Die plötzliche Unterbrechung des hormonellen Zyklus hinterlässt in der Mutter zudem oft Gefühle der Leere und Ziellosigkeit, die leicht zu Depressionen führen. e) Rein physische Folgeni) Unmittelbare Folgen:Die unmittelbaren Folgen und Erkrankungen der Frau nach einer Abtreibung zählen nicht zum PAS, sondern zu den Kurz-, Mittel- und Langzeitfolgen des chirurgischen Eingriffes oder des Abtreibungsmittels. Es wird unterschieden zwischen den Frühkomplikationen nach der Abtreibung und den Spätfolgen. Zu den Frühkomplikationen zählt man
Zu den folgenden Zeiten kann der Schmerz verstärkt auftreten:
Die genannten psychischen und psychosomatischen Erscheinungen sind also keine unmittelbaren Folgen, sondern treten mitunter erst nach vielen Jahren in Form einer seelisch und/oder körperlichen Erkrankung in Erscheinung. Daher kann man lediglich vage Angaben über die Häufigkeit dieser Erscheinungen nach vorausgegangenen Abtreibungen machen. Außerdem hängen das Erkennen der beobachteten Erscheinungen und Häufigkeitsangaben vom Beruf, der fachlichen Qualifikation des Untersuchers, der Art der Erhebung (z.B. tiefenpsychologisch orientiertes Interview oder Befragung per Fragebogen), aber auch von der Einstellung des Untersuchers zur Abtreibung ab. f) Die Entwicklung von Konflikten im Umfeld von Abtreibungi) Triebe und GefühleObwohl Triebe und die meisten Gefühle organisch vorbestimmt sind, sind Druck von außen und darum einige Gefühle, die mit Schwangerschaften verbunden sind, sehr gemischt. Sie schwanken schnell und weitgehend. Der ganze Zeugungsprozess ist umgeben von Zwiespältigkeit. Es ist praktisch für niemanden möglich, mit absoluter Sicherheit jederzeit sagen zu können, dass sie sich nur einen Ausgang für die Schwangerschaft erwünschen. Die Richtung, für die sich eine Person letztlich entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab:
Eine Schwangerschaft kann positive und negative Veränderungen in den Eltern herbeiführen. Sie werden sehr wahrscheinlich negativ ausfallen, wenn folgende Faktoren vorliegen:
Um ein Kind abzutreiben, muss man erst seine eigenen Gefühle und
natürlichen Instinkte abwürgen und dem Kind seine Menschlichkeit
absprechen. Wenn das einmal geschehen ist, dann beginnt der
Rationalisierungsprozess gegen die innere Moralität - gegen jenes Wissen um
ein inneres Naturgesetz. Der Schmerz aber katapultiert die Betroffenen in die
Wirklichkeit, und dann ist es schwer, das Geschehene zu verheimlichen. Nach der Gefühlslähmung bemühen sich die Beteiligten an einer Abtreibung mit allen Mitteln, ihr Leben wieder neu in den Griff zu bekommen. In dieser Zeit sind Verleugnung, Rationalisierung und Unterdrückung ihre Hauptverteidigungsmechanismen. Oft versuchen sie zunächst, das Geschehen mit viel gesellschaftlicher Aktivität oder mit viel Arbeit aus ihrem Bewusstsein auszuschalten. v) Zusammenbruch des VerteidigungssystemsEine solche Lebenskonstruktion, wie sie im vorigen Punkt geschildert wurde, wird bei der betroffenen Frau dann fehlschlagen, wenn
g) Männer und Schwangerschaftskonflikte
Ein häufiger Abtreibungsgrund liegt darin, dass sie sich von ihren Partnern
allein gelassen fühlen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts
für Psychosomatische Medizin der Technischen Universität in
München. Männer seien meist über die Abtreibung erleichtert,
wollen aber bewusst die ganze Angelegenheit so schnell wie möglich
vergessen. Einer nationalen Umfrage zufolge erfahren nicht einmal mehr als die Hälfte aller Väter - verheiratete Männer eingeschlossen - dass ihre ungeborenen Kinder abgetrieben werden. Während Feministen absolute Kontrolle über ihre Entscheidungen über Abtreibung verlangen, missachten sie kaltblütig die Gefühle und Bedürfnisse der Männer, die sie aus dem Prozess mit eisiger Bestimmtheit ausschließen. Während sie verlangen, dass Männer "feinfühliger" und "liebevoller" sein sollen, fordern sie, dass Männer in der Entscheidung über das Leben oder den Tod des Kindes kein Sagen haben. Der Statistiker Arthur Shostak befragte 1.000 Männer, die in den Abtreibungszentren im Warteraum saßen, während ihre Frauen und Freundinnen abtreiben ließen. Er bearbeitete und analysierte ihre Antworten auf seine Fragen über ihre Gefühle und kam zu den folgenden Ergebnissen:
42% der Lebensgefährten hatten angeboten, die Frau zu heiraten;
Der Psychologe Arnold Medvene der University of Maryland sagt: "Abtreibung ist eine der schwerwiegenderen Todeserfahrungen, die Männer durchmachen. Sie erweckt sehr wichtige, sehr grundlegende Fragen, Erinnerungen und Gefühle." Wenn Männer absichtlich und systematisch aus solch wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen werden, müssen sie irgendeine Haltung setzen, um ihre Frustration loszuwerden. Klinische Studien haben gezeigt, dass Männer zornig werden, wenn sie absichtlich aus einer wichtigen Entscheidung, die ihre eigene Familie betrifft, ausgeschlossen werden. Sie fühlen sich dann betrogen und manipuliert. Der Mann wird vielleicht nicht zur Zeit der Abtreibung seinen Ärger zeigen, aber es wird sich allmählich im "Herumhacken" bemerkbar machen - in einem Prozess von ärgerlichen Reaktionen auf Situationen, die er mit der Abtreibung verbindet. Mit anderen Worten, er wird möglicherweise starke Emotionen aufkommen spüren, wenn er ein Kind sieht, das im selben Alter ist, wie sein abgetriebenes Kind gewesen wäre, oder wenn er eine schwangere Mutter sieht. Die Art Reaktion erinnert bemerkenswert an jene bei Frauen, die am PAS leiden. Am häufigsten jedoch reagiert ein Mann auf eine Abtreibung, die gegen seinen Willen durchgeführt wurde, indem er seine Frau oder Freundin verlässt. Eine Studie ergab, dass drei Viertel der Beziehungen schon bald nach der Abtreibung in Brüche ging. 2. HeilungsprozessViele Frauen reagieren auf Abtreibung durch Verdrängen, durch Verharmlosung oder Projektion. Erst die bewusste Auseinandersetzung mit der Tötung des Kindes und die Anerkennung der Fakten kann jedoch Erleichterung bringen. Gewöhnlich läuft der Mechanismus der Konfrontation in mehreren Phasen ab. a) Erste PhaseDie Frau versucht zu ihrer Schuld zu stehen, verdrängt nicht, projiziert nicht und rechtfertigt sich nicht. Sie empfindet Reue über die Tötung ihres ungeborenen Kindes und beginnt mit der Trauerarbeit. Diese besteht an dem Aussprechen und damit Wiedererinnern des traumatischen Erlebens (Gedanken, Sinneswahrnehmungen, körperlichen Reaktionen) und des Affekts, der sie begleitet hat. Dieses ausführliche und genaue Erzählen, oft begleitet von heftigem Weinen, soll dazu führen, dass die Frau den schweren Verlust, den sie erlitten hat, erkennt und dass sie diesen Verlust des Kindes letztlich auch akzeptieren kann. Hier werden auch ihre Gefühle gegenüber Mitverantwortlichen zum Ausdruck gebracht. b) Zweite Phase
Die Frau muss lernen, die Tatsache, dass sie abgetrieben hat, aufzuarbeiten. c) Dritte Phase"Tragfähige" Beziehungen werden von der Frau wieder erneuert und hergestellt. Die Frau entwickelt einen Neuanfang für ihr Leben. Aus jedem Fehler kann man lernen und er birgt eine Chance in sich. So wird eine Neubewertung des Lebens möglich und das gesunkene Selbstwertgefühl der Frau wieder gestärkt. Die Frau versucht in dieser letzten Phase die Tötung ihres Kindes wieder gut zu machen. So kommt es im Leben dieser Frauen immer wieder zu Phasen, in denen sie die Abtreibung nochmals erleben und psychisch nachvollziehen. Manche begehen den "Jahrestag der Abtreibung" mit einer guten Tat und laden z.B. ein Kind aus dem Kinderheim zu sich ein. Andere Frauen versuchen ein Kind zu adoptieren, weil sie meinen, durch Adoption Psyche und Gewissen zu erleichtern. |
